Neues Sanierungsverfahren von Schlitzrinnen

Schlitzrinnen auf dem Flughafenvorfeld

Nicht zuletzt durch die Anforderungen der SüwV-Kan gewinnt die Abdichtung von Entwässerungssystemen größerer Flächen immer mehr an Bedeutung. Häufig findet man sogenannte „Schlitzrinnen“ als die Entwässerungssysteme für weitläufige Oberflächen. Diese Systeme eignen sich besonders zum schnellen und sicheren Ableiten von Oberflächenwasser bei Verkehrsflächen. Sie werden eingebaut in Stadt-, Land- und Bundesstraßen sowie Flugverkehrsflächen, Bundesautobahnen, Stand- und Parkflächen. Bei Straßentunnel und Betankungsanlagen dienen sie zum schnellen Abführen von ausgelaufenen, brennbaren Flüssigkeiten. In Industrieanlagen erlauben sie ein sicheres Auffangen von aggressiven Medien.

Aufgrund dieser umfangreichen Funktionen werden allerhöchste Anforderungen hinsichtlich

  • Frost- bzw. Tausalzbeständigkeit
  • Widerstand gegen chemische Angriffe
  • Abriebfestigkeit und vor allem
  • Wasserundurchlässigkeit

an diese Schlitzrinnensysteme gestellt.

 

TV-Bestandsaufnahmen der letzten Jahre zeigen häufige Schadensbilder wie z. B- undichte Schlitzrinnenverbindungen, Quer- und Längsrisse, die zwar die statische Tragfähigkeit nicht beeinträchtigen, jedoch die Dichtigkeit dieser Systeme nicht mehr gewährleisten. In der Vergangenheit hat es bereits diverse Versuche zur Sanierung der Schlitzrinnensyteme gegeben. Die erfolgreichsten Wiederherstellungen von Wasserundurchlässigkeit haben bei der Durchführung von sogenannten Schlauchlinersanierungen stattgefunden, wobei die vollflächige Verklebung mit der Rinneninnenwandung als unumgängliche Grundvoraussetzung gewährleistet sein muss. In Expertenkreisen wird der Fokus auf das nachträgliche Öffnen der Rinnenschlitze gerichtet. Der Einsatz von herkömmlichen, insitu arbeitenden Fräsrobotersystemen wird in diesem Zusammenhang nicht nur unwirtschaftlich sondern technisch nahezu unmöglich, da die Zugänglichkeit zum Einführen der Fräsroboter in die Rinnen sehr eingeschränkt ist. Bei Versuchen, die trotz dieser Widrigkeiten stattgefunden haben, wurde kein befriedigendes Ergebnis erzielt, da diese Arbeiten immer abhängig vom „Feingefühl“ des einzelnen Operators sind. Fehlende Führungseinrichtungen verhindern hierbei gesteuerte Arbeitsabläufe zum Erzielen gleich bleibend hoher, definierbarer Qualität bei Öffnen der Schlitze von innen. Auch konnten Beschädigungen an den Schlitzwandungen nicht ausgeschlossen werden. Unterschiedliche Verfahren bei Versuchen die Schlitze von oben zu öffnen sind eher „kläglich gescheitert“.

Öffnungsversuch mittels Höchstdruck...
...oder Kettensägen misslangen
 

Die Kuchem GmbH und ihr Netzwerk von Partnerunternehmen hat sich dieser Problematik angenommen und eine gewohnt professionelle Lösung gefunden, die als Komplettpaket vorgestellt wird wie folgt:

 

In einem ersten Schritt werden die Schlitzrinnen über vorhandene Sinkkästen (oder ggf. andere Zugänglichkeiten) mit einem mit aushärtbaren Kunstharz imprägnierten Synthesefaserschlauch als Innenauskleidung versehen. Der imprägnierte Trägerschlauch wird in die Schlitzrinne inversiert und dabei gleichzeitig an die Rinnenwandung gepresst. Durch die Aushärtung des Kunstharzes verklebt der Schlauch mit der Schlitzrinneninnenwandung. Eine bei der chemischen Reaktion schrumpffreie Aushärtung ist gewährleistet. Das Harz-Mischsystem ist mit kontinuierlich fördernden Pumpen und Statikmischer ausgestattet. Die elektronische Durchflussmessung wird mittels Datenlogger kontinuierlich (d. h. mindestens alle 30 Sekunden) kontrolliert und aufgezeichnet. Durch die Auskleidung werden die Rinnenschlitze verschlossen. Die Dichtigkeit der sanierten Schlitzrinne wird mittels Dichtheitsprüfung gemäß DIN EN 1610 nachgewiesen.

 
Nach dem öffnen des Schliltzes...
Nach dem öffnen des Schliltzes...
...mittels Kuchem-Fräsvorrichtung
...mittels Kuchem-Fräsvorrichtung

In einem zweiten Schritt werden die verschlossenen Rinnenschlitze durch Fräsen des Auskleidungsschlauches geöffnet. Das verwendete Frässystem ist auf einer Kreuzschlitteneinheit montiert, welche in einem Parallelführungsrahmen gelagert wird. Hierdurch wird eine gesteuerte Fräsung zur Längsachse der Schlitzrinne garantiert. Das System wird über die obere Außenfläche der Schlitzrinne betrieben. Hierbei wird der Fräskopf von oben in den Rinnenschlitz eingeführt und der vorhandene Auskleidungsschlauch durch Bewegung des Fräskopfes entlang der Schlitzrinnenlängsachse und durch Schwenken in Ebenen, die senkrecht zur Längsachse der Schlitzrinne liegen gesteuert aufgefräst. Die Öffnungen werden mit einer Konturgenauigkeit von mindestens 1mm höchstens jedoch 3mm gegenüber der Schlitzkanten hergestellt. Berührungen des Fräskopfes oder gar Beschädigungen an der Innenseite des Rinnenschlitzes werden durch entsprechende Schutzvorrichtungen in der Fräseinheit vermieden. Durch das aufeinander abgestimmte Sanierungs- und Frässystem werden die Entwässerungsschlitze hinterwandungsfrei an die ausgekleidete Schlitzrinne angeschlossen.

Eine Eigenüberwachung im Sinne der DIN 18200 und gemäß den Richtlinien des Güteschutzes Kanalbau e. V. –Gruppe S- findet statt.

Die zum Einsatz gelangenden Verfahren werden in Anlehnung an die entsprechende DIBT-Zulassung ausgeführt

Weitere Materialanforderungen:

    • gemäß DIBT-Zulassung
    • Die eingesetzten Harze entsprechen nach DIN EN 16946-2 mindestens dem Typ 1021-0 und entsprechen den Eigenschaften gemäß DIN EN 13566-4,
    • Nachweis der chemischen Beständigkeit (des Laminates) nach DIN EN ISO 175 (28d) im pH-Bereich 1 bis 13 sowie zusätzlich gegen Kerosin und Enteisungsmitteln

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    Geöffnete Schlitze
    Geöffnete Schlitze
    Verklebung des Liners mit dem Altrohr
    Verklebung des Liners mit dem Altrohr
     

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