TV-Inspektion von Abwasserkanälen

Die turnusmäßige optische Inspektion von Abwasserkanälen gehört zu den grundlegenden, gesetzlich vorgeschriebenen Pflichten jedes Kanalnetzbetreibers.

Mit modernsten Kamera- und Fahrzeugsystemen untersucht unser qualifiziertes, in einschlägigen Kursen aktuell geschultes Fachpersonal Kanäle jeder Dimension - von Hausanschlüssen und Grundleitungen über die kommunalen Kanalisationsnetze bis hin zu industriellen Abwassersystemen.

Resultat jeder TV-Inspektion ist eine aussagekräftige Dokumentation auf neuestem technischen Standard und höchstem Qualitätsniveau.


Zu unserer Leistungspalette gehören:

Kommunale Kanäle

Kommunale Kanalisationsnetze

Für die Kamerainspektion öffentlicher Kanalisationsnetze setzen wir leistungsfähige Kamerasysteme führender Hersteller ein.

 

In Kanälen DN 200 bis DN 2000 steht das Kanal-TV-System IBAK "ARGUS" zur Verfügung. Unterschiedliche Antriebslafetten erlauben Reichweiten bis 450 Meter und den problemlosen Einsatz auch in Eiprofilen. Dank der ARGUS-spezifischen ROTAX-Schwenktechnologie liefert diese Kamera in jeder Stellung des Kamerakopfes stets lage- und seitenrichtiges Bildmaterial. Gesteuert wird der ARGUS-Einsatz aus einem technisch und ergonomisch modern ausgestatteten Inspektionsfahrzeug, das die Gewähr für exzellente Untersuchungsergebnisse und -dokumentationen bietet.

 

Unsere Alternative zu ARGUS für Kanäle DN 100 bis DN 1500 ist das Schwenkkopf-Kamerasystem Rausch KS 100 / KS 200 . Unterschiedliche Fahrwagen ( Raupenantrieb L 100/2 für Nennweiten bis DN 400 und Radantrieb L 500 für Nennweiten ab DN 200) erschließen auch diesem System eine Einsatzreichweite von 400 Metern.

 

Der IBAK PANORAMO 3D Kugelbildscanner verwendet zwei integrierte Aufnahmeeinheiten (je eine am vorderen und hinteren Gehäuseteil), die jeweils aus einem 186°-Fisheye-Objektiv und einer hochauflösenden digitalen Kameraelektronik bestehen. Die von beiden Einheiten bei der Befahrung in Abständen von 5cm aufgenommenen halbsphärischen Bilder ergeben 360°-Kugelbilder, aus denen für die Auswertung im Büro zwei unterschiedliche Bilddarstellungen entstehen. Dies sind eine abgewickelte zweidimensionale Darstellung der gesamten Leitung und eine dreidimensionale Rohransicht, die dem Betrachter ein freies Verschwenken des Blickwinkels in alle Richtungen erlaubt.

Damit ist PANORAMO neben der abgewickelten Darstellung eine reale Ansicht des Kanalrohres in und gegen die Fahrtrichtung bietet. Sämtliche Objekte - insbesondere wichtig bei Muffenversätzen, einragenden Stutzen etc. - können von allen Seiten, von vorne und von hinten, real betrachtet werden.

Unschätzbarer Vorteil: Die Zustandsbewertung kann losgelöst von der Kanalbefahrung jederzeit im Büro erfolgen – und zwar so, als wäre der Inspekteur live direkt vor Ort. Der Betrachter kann sich ohne Blickbegrenzung frei im Kanal bewegen, in jeder Position anhalten, 360° schwenken, zoomen, in Zuläufe und sogar rückwärts schauen – und dies ohne jede Verfälschung des aufgenommenen Bildmaterials. Sämtliche Objekte wie Muffenversätze, einragende Stutzen etc. können so von allen Seiten genau betrachtet werden.

 

Mit der IBAK-PANORAMO SI (Schacht Inspektion) stehen dem Anwender die markanten Vorteile der PANORAMO-Technologie auch für die Schachtinspektion zur Verfügung. Das Resultat ist eine komplette und schnelle optische Zustandserfassung von Schächten.
Der 3D-Kugelbildscanner verwendet zwei hochauflösende Digitalkameras mit speziell für diesen Zweck entwickelten verzerrungsfreien Weitwinkelobjektiven, die das gesamte Schachtinnere in einer einzigen vertikalen Befahrung und in wenigen Sekunden optisch scannen. Die digital übertragenen Bilder stehen dem Bediener sofort live zur Verfügung. Die Zustandsbewertung erfolgt wahlweise im Büro oder direkt vor Ort.

Im Gegensatz zum Video einer konventionellen Schwenkkopfkamera, in dem nur der zur Zeit der Aufnahme betrachtete Bildausschnitt gespeichert ist, erlaubt die Betrachtungssoftware der IBAK PANORAMO SI eine „lückenlose“ Schachtinspektion. Der Inspekteur kann an jeder Position des Schachtes anhalten, 360 Grad schwenken, zoomen und Standfotos speichern.

Gleichzeitig lässt sich eine „abgewickelte“ Darstellung des Schachtes erzeugen, die einen raschen Überblick über den Bauwerkszustand sowie das Ausmessen von Objekten auf der Schachtwand ermöglicht.

Bildbeispiele

Argus-Kamera
Argus-Kamera
Argus-Kamera
Argus-Kamera
Panoramo-SI
Panoramo-Abwicklung

Grundstücksentwässerung

Grundstücksentwässerung

Hausanschlüsse und Grundleitungen

Die Situation in Hausanschluß und Grundleitungen ist von Fall zu Fall so unterschiedlich, daß man ihr nur mit jeweils spezifischen Inspektionssystemen gerecht wird.

Sind Revisionsöffnungen auf dem Grundstück zugänglich, setzen wir in Nennweiten von DN 40 bis DN 250 Schiebekameras mit Schwenk-Farboptik ein.

 

Kummert Profi 3

Die Alternative dazu sind im Nennweitenbereich DN 50 bis DN 300 unsere tragbaren Kummert-Kofferanlagen mit Schwenkkopf- Mechanik und Farboptik. Die kleinen, hoch mobilen Einheiten erlauben den Inspektionseinsatz auch in Örtlichkeiten, die für Inspektionsfahrzeuge nicht anfahrbar sind, etwa in Kellerräumen oder im Bereich von Produktionsanlagen.

 

Kummert 3D-Verlauf

Die wichtigste Grundvoraussetzung für eine effiziente Kanalinspektion, speziell von verzweigten Grundstücksentwässerungsanlagen, ist die Fähigkeit der Kamera, in Abzweige vordringen zu können. Mit unserer abbiegbaren Kamera können problemlos Abzweige ab DN100 bis DN200 erreicht werden. Als Besonderheit der speziell für die Grundstücksinspektion entwickelten, wurmähnlichen Kamera, ist deren Verformbarkeit zu nennen. Dies bedeutet, die Kamera selbst kann sich von gerader Lage auf 90° verformen, wodurch nahezu alle Seiteneinläufe erreicht und auch 90° Bögen durchfahren werden können.

 

IBAK Lisy 150 (Orion L)

Ist eine Leitung vom Kanal her unzugänglich, muß vom Hauptkanal aus gearbeitet werden - eine Aufgabe, die für unser Farb-TV-System IBAK "LISY" souverän löst. LISY dringt von Hauptkanälen DN 150 bis DN 1200 aus in Anschlußleitungen DN 100 bis DN 250 vor. Ein Schwenk-Satellitenkamerakopf wird an einem verstärkten Kabel vom Kamerafahrwagen aus bei TV-Überwachung durch eine zweite Kamera in den Anschluß eingeschoben. Bei einer Reichweite von bis zu 30 Metern überwindet der Kamerakopf auch Rohrbögen.

IBAK 3D-GeoSense
Die Rohrverlaufsmessung ist ein entscheidendes Instrument zur qualitativ hochwertigen Inspektion von Grundstücksentwässerungsleitungen. Sie dient der Vollständigkeit der Information über das Leitungssystem und ermöglicht die Erstellung eines Lageplans von verzweigten Anschlussnetzen. Die Rohrverlaufsmessung liefert  Koordinaten der Leitungen, wodurch das Auffinden für eventuelle Sanierungsmaßnahmen oder sonstige bauliche Maßnahmen erleichtert wird.

Industrielle Kanäle

Industrielle Kanalisationssysteme

In Kanalisationsnetzen von Industrieanlagen werden schärfste technische Anforderungen gestellt, insbesondere was den Inspektionseinsatz unter Ex-Schutz-Bedingungen angeht.

Mit dem Kamerasystem Rausch "KS 100 / KS 200" verfügen wir über ein einschlägig zertifiziertes System, das erstklassiges Bildmaterial aus Rohren von DN 100 bis DN 1500 liefert. Einsatzreichweiten bis 400 Meter erlauben es beiden Kameras, unzugängliche Werksbereiche, etwa Produktionsanlagen und Lager, großräumig zu unterfahren.

 

Funktional und ergonomisch optimierte Einsatzfahrzeuge, gesteuert von erfahrenen und zeitnah qualifizierten Mitarbeitern, stellen in jedem Einsatz überzeugende Inspektionsergebnisse und Dokumentationen sicher.

Dokumentation

Dokumentation

Die Dokumentation der TV-Inspektionsergebnisse entspricht allen zeitgemäßen Anforderungen einer EDV-basierten Kanalnetzverwaltung und bewegt sich auf dem gleichen hohen technischen Qualitätsniveau wie die Inspektionen selbst.

Zu unseren Optionen für die Dokumentation gehören:

  • mehrfarbige Haltungsgrafiken, die automatisch in einem optimierten Maßstab generiert werden 
  • das Videoprotokoll, in Echzeitlaufwerken erstellt 
  • eine Fotodokumentation der Einzelschäden 
  • der Datentransfer via EDV-Datenträger (Isybau 96/2001/, EN ATV M 150, EN Isybau XML, Kandis, Strakat) 
  • Schadensbilddigitalisierung auf CD Rom 
  • Filmdigitalisierung (MPEG 1, 2 oder 4) auf DVD mit Reportviewer

 

Die komplette Inspektion auf einen Blick

Übergabe aller Daten an den Auftraggeber

  • MPEG Filme 
  • Digitale Untersuchungsbilder 
  • Berichte mit Inspektionsdaten, Fotos, Haltungsgrafiken, Schachtgrafiken 
  • Statistiken (Massen- und Videostatistik) 
  • Kanalnetzpläne und Hintergrundkarten 
  • Schneller Zugriff auf die vollständige Untersuchung 
  • Platzsparende und einfache Archivierung 
  • Einfaches Erstellen von lizenzfreien Kopien

 

Report-Viewer

  • Filme werden einfach über die Inspektionsdaten aufgerufen 
  • TIMECODE genaue Sprünge in einen Film 
  • Filmpositionen über die Entfernungswerte der Stationen aufrufen 
  • Untersuchungsbilder unkompliziert über die Inspektionsdaten öffnen

 

Pläne im ReportViewer

  • Darstellung von Kanalnetzplänen und diversen Hintergrundkarten 
  • Berichte aus dem Kanalnetzplan heraus aufrufen 
  • Kanalobjekte im Plan suchen und markieren 
  • Nachträgliches Ausblenden der Hintergrundkarten 
  • Berichte aus dem Plan heraus drucken

Dokumentation Grundstück

Dokumentation der Grundstücksentwässerung

Unabhängig davon, ob inspizierte Grundstücksentwässerungen häusliches oder gewerblich-industrielles Abwasser führen: Eine umfassende Dokumentation der Untersuchungen ist hier nicht weniger wichtig als im Bereich der öffentlichen Abwassernetze.

Das beginnt gegebenenfalls mit der Erstellung von Lageplänen des Entwässerungssystems, wo diese nicht vorhanden oder offensichtlich unzutreffend sind. Hierzu setzt die Fa. Kuchem optional Systeme zur Ortung des Leitungsverlaufs ein.

Zu der von uns grundsätzlich gelieferten, mit den Vorgaben von DWA konformen Dokumentation der Inspektionsergebnisse gehört:

  • ein Haltungsgrafik mit Schadensdarstellung 
  • eine Video-DVD bzw. eine Bilddokumentation auf CD/DVD 
  • eine Fotodokumenttation der identifizierten Schäden 
  • ggf. Erstellung eines dreidimensionalen Rohrleitungsplans

Damit verfügen Sie über eine umfassende Datenbasis, auf der sich Schäden zutreffend einschätzen und Sanierungsmaßnahmen schnell und fehlerfrei planen lassen.

Rechtspflicht

Rechtliche Pflichten zur Kontrolle der Grundstücksentwässerung

Prüfpflicht nach dem Wasserrecht

Jeder Grundstückseigentümer ist nach § 18 b des Wasserhaushaltsgesetzes gehalten, seine Abwasseranlagen nach den "allgemein anerkannten Regeln der Technik" zu bauen, zu betreiben und instand zu halten. Was die Inspektion von Grundstücksentwässerungsanlagen angeht, so werden als Maßstab der allgemein anerkannten Regeln der Technik regelmäßig die Inhalte der Technischen Norm "DIN 1986 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Teil 30: Instandhaltung [2/2003]" herangezogen. Diese fordern eine Inspektion der Grundstücksentwässerung -einschließlich aller Schachtbauwerke - nicht nur nach dem Bau, sondern auch regelmäßig während des Betriebes. Die Fristen für die Erst- und Wiederholungsinspektionen hängen von der Abwasserart und bestimmten Anlässen bzw. Rahmenbedingungen ab und sind in einer Tabelle zusammengefaßt Leitet Herunterladen der Datei ein(Tabelle hier als PDF herunterladen).

Für Systeme mit rein häuslichem Abwasser gilt: Erstprüfung bis spätestens 31.12.2015; diese ist per TV-Inspektion durchzuführen. Sofern bei dieser Untersuchung keine optischen Mängel festgestellt worden sind, ist ggf. eine Dichtheitsprüfung durchzuführen.

Für alle Systeme mit gewerblichem/industriellen Abwasser gilt: Sofortige Erstprüfung aller Leitungen und Schachtbauwerke durch eine Dichtheitsprüfung. Die in der Norm gesetzte Frist zum 31.12.2005 ist bereits abgelaufen!

Grundstücke mit mehr als 3 Hektar entwässerter, befestigter Fläche (dazu gehören übrigens alle Dachflächen!) sind in NRW nach den Vorgaben der Selbstüberwachungsverordnung Kanal SüwVKan zu untersuchen. Dies bedeutet: Erstinspektion per TV-Untersuchung bis Ende 2005.

 

Zustands- und Funktionsprüfung privater Abwasserleitungen gem SüwVO Abw

Informationen finden Sie unter Dichtheitsprüfung

Rechtspflicht SüwVKan

Die Überwachungspflichten nach der Selbstüberwachungsverordnung Kanal (SüwVKan)

Abwassernetze, die mehr als 3 Hektar befestigter Fläche entsorgen, unterliegen in NRW den Regelungen der Selbstüberwachungsverordnung Kanal (SüwVKan) vom 16. Januar 1995. Das trifft für alle öffentlichen Netze zu und für eine Vielzahl industrieller Liegenschaften. Es wird kein Unterschied zwischen Regen-, Schmutz- oder Mischwasserkanälen gemacht.

Grundsatz der SüwVKan ist, dass der Netzbetreiber die Kanalisationsnetze auf Zustand und Funktionsfähigkeit selbst zu überwachen hat, wobei er sich eines qualifizierten Dienstleisters bedienen kann. Die Überwachung gilt für die Kanäle selbst, aber auch für alle Schächte und sonstigen Bauwerke des Systems einschließlich Störfall-Rückhaltebecken und Abscheideeinrichtungen.

Dabei gelten für die Erstüberwachung folgende Vorgaben:

Kanäle einschließlich der Anschlusseinbindungen sind binnen längstens 10 Jahren optisch zu untersuchen, d.h. entweder durch Kanal-TV-Untersuchung oder durch Begehung. Da die SüwVKan am 1.1.1996 in Kraft trat, läuft die Erstinspektionsfrist also am 31.12. 2005 aus. 

In Zusammenhang mit der Erstüberwachung der Kanäle sind auch die Schachtbauwerke durch eine Inaugenscheinnahme zu prüfen. 

Nach Abschluß der Erstinspektion ist das gesamte Netz alle 15 Jahre erneut zu inspizieren, wobei jährlich mindestens 5% der Kanäle zu untersuchen sind. 

Die Erfahrungen des IKT Instituts für Unterirdische Infrastruktur, Gelsenkirchen, mit der Umsetzung der SüwVKan sehen so aus, dass die Inspektion der kommunalen Netze bislang weitestgehend fristgerecht umgesetzt wurde. Die Erstinspektion industrieller Netze wird jedoch als noch stark defizitär eingeschätzt. Hier ist insoweit Handlungsbedarf angezeigt, als Verstöße gegen die SüwVKan -im Falle von Grundwasser- oder Bodenverunreinigungen durch defekte Kanäle - die Grundlage für einen Umweltstraftatbestand nach § 324 StGB bilden können.